Schweigendes Reden





















Wir laufen gemeinsam die Straße
Hinab.
Jeder von uns in den Händen
Eine Tasche haltend. 
Wir schweige, weil 
Das manchmal die einzige Art ist
Sich zu verständigen, zu
Verstehen und in dieser Welt
Weiterzugehen, 
Weil es so viel einfacher ist
Als Worte aneinander zu reihen,
Die das alles nicht
Greifbarer machen.
Ich halte in beiden Händen eine
Tasche, du auch.
Wir gehen nebeneinander,
Aber unsere früheren 
Gespräche sind verstummt,
Wie das nicht mehr nachhallende
Echo in einer Höhle.
Du hast keine Ahnung wie
Schwer die Taschen sind,
Die ich trage. Wie schwer
Dieses Gewicht auf mir
Lastet, dass ich nicht mehr
Lang weiterlaufen kann,
Ohne zusammenzubrechen.
Aber darüber verliere ich kein
Wort,
Denn Schweigen ist unsere
Neue Gesprächsform.
Deswegen sehe ich auch nicht,
Wie schwer deine Taschen und 
Das Gewicht auf dir lastet.
Ich sehe auch nicht, dass
Du bald nicht mehr kannst,
Nur noch schweigend
Neben mir Laufen kannst, 
Weil Worte zu viel Anstrengung
Kosten würde.

Wir sehen uns und doch sehen wir nichts.
Würden wir statt schweigendem Reden
Doch nur mal unsere Taschen tauschen
Und sehen, dass es dem anderen auch
Nicht besser geht, 
Dass er nicht mehr kann.
Aber stets dabei bedenkend,
Das alles hier ist subjektiv.
Vielleicht wiegen deine Taschen
Auf deinen Schultern viel mehr,
Als die deinen auf meinen.
Weil  mir deine Geschichte fehlt.
Und dir meine. 

Aber was auch immer geschieht, 
In Zukunft werde ich an deine
Taschen denken und wissen,
Dass du genauso gebrochen bist,
Wie ich. 
Beim nächsten Mal
Die Straße abwärts laufend, 
Sehe ich sich, deine Taschen,
Manchmal schwer auf dir lastend,
Deine Geschichte,
Die nicht immer einfach war.
Aber ich sehe dich und du mich.
Und zusammen können wir alles schaffen.
Vergiss das nie.

Kommentare